18.12.2009 Was macht das Walter-Hallstein-Programm so besonders?

Walter Hallstein

Walter Hallstein

„Neben den berufsrelevanten Kompetenzen ist in der heutigen Welt besonders der Umgang mit fremden Lebensstilen und Kulturen von großer Bedeutung. Meiner Meinung nach trägt das Walter-Hallstein-Programm dazu bei, junge Leute im Sinne der Demokratie, der Solidarität und der Gewaltfreiheit zu erziehen, damit sie sich als Fach- und Führungskräfte gesellschaftspolitisch engagieren, zu einer besseren Völkerverständigung beitragen und ein authentisches Bild von Deutschland, von Europa und von ihrem Heimatländern vermitteln können.
Sehr attraktiv fand ich auch die Möglichkeit während des Praktikums mit anderen jungen Menschen und Fachleuten aus verschiedenen Ländern zusammen zu arbeiten und hoffentlich dauerhafte Kontakte zu Ihnen zu knüpfen. Ich bin auch der Meinung, dass das Walter-Hallstein-Programm mir eine besondere Chance geboten hat, mich sozial und geistig weiter zu entwickeln und mein Weltbild zu bereichern."

Tatiana Borisova aus Russland absolvierte ihr Praktikum im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Rückblick auf das Jahr  2009


Im Jahrgang 2009 wurden 18 Stipendien des Walter-Hallstein-Programms im Baden-Württemberg-STIPENDIUM an Praktikantinnen und Praktikanten aus den Mittel- und Osteuropäischen Staaten vergeben. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten kamen aus Bulgarien, Estland, Georgien, Litauen, Russland, der Slowakischen Republik, Tschechien, Ungarn und der Ukraine in den Monaten Juni, Juli und August für ein zweimonatiges Praktikum nach Baden-Württemberg. Sie werden in die täglichen Arbeitsabläufe der jeweiligen Behörden integriert und übernehmen eigene Projekte.

Vielen Dank an die Praktikumsstellen

In diesem Jahr konnten die Stipendiatinnen und Stipendiaten ihr Praktikum beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, den Landesvertretungen Baden-Württembergs in Brüssel und in Berlin, dem Regierungspräsidium Stuttgart, dem KVJS (Kommunalverband Jugend und Soziales), dem Landratsämtern Ludwigsburg und Esslingen und in vielen Kommunen der Region absolvieren.
Wir möchten uns bei allen Praktikumsstellen bedanken, die sich auch im Jahr 2009 für das Walter-Hallstein-Stipendium der Landesstiftung engagiert haben. Ohne die Praktikumsgeber wäre eine erfolgreiche Durchführung des Stipendienprogramms nicht möglich.

„Je besser der Richter ist, desto mehr Vergleiche schließt man bei seinen Streitfällen."

Irena Pencheva, Juristin aus Bulgarien wurde bekam in den 8 Wochen Praktikum einen umfassenden Einblick in Strukturen und Abläufe des Landratsamts Ludwigsburg. Unter anderem wurde die Stipendiatin in die Organisation der Kreistagswahlen eingebunden, lernte die Schuldnerberatung kennen und nahm an Gerichtsterminen teil. Sie zeigte sich beeindruckt von dem Bestreben der Richter einen Vergleich herbeizuführen. Zum Teil werden 50 % oder sogar noch mehr Streitfälle mit einem Vergleich abgeschlossen. „Je besser der Richter ist, desto mehr Vergleiche schließt man bei seinen Streitfällen" teilte eine Richterin Irena Pencheva im Gespräch mit. In Bulgarien sind die Richter vom Gesetzgeber zwar ebenfalls aufgefordert die Gegenseiten zu einem Vergleich aufzufordern, allerdings wird nur ein kleiner Teil der Streitfälle tatsächlich mit einem Vergleich abgeschlossen.

Ein Jugendstadtplan für Budapest?

Die Stipendiatin Judit Jordán studiert an der Corvinus Universität Budapest Öffentliche Verwaltung und absolvierte ihr Praktikum im Bezirksamt Bad Cannstatt. Sie hatte dort die Möglichkeit die verschiedenen Abteilungen Standesamt, Eheschließung, Geburtenabteilung, Rentenwesen und Sozialhilfe kennen zu lernen. Über den gesamten Zeitraum hinweg beschäftigte sie sich mit dem Jugendstadtplan des Stuttgarter Bezirks Cannstatt. „Dieser Plan hilft Eltern und Jugendlichen bei der Suche nach Plätzen wo man sich treffen kann, wo man spielen kann, was man dort spielen kann. Diese nützlichen Informationen dienen dazu, dass die Kinder und Jugendlichen in ihrer Stadt so leben können, wie Sie es möchten."
In Budapest gibt es noch keinen derartigen Stadtplan, vielleicht wäre das ein Zukunftsprojekt für die Stipendiatin?

„Ich habe diese Stadt in mein Herz geschlossen."

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten nehmen viele positive Erinnerungen aus Baden-Württemberg mit. Dazu gehören an erster Stelle die Einblicke in die Verwaltungseinrichtungen des Landes, aber auch, so Tatiana Khil aus Russland, die Möglichkeit Deutschkenntnisse zu verbessern, zahlreiche Museen, Ausstellungen in Stuttgart und Umgebung zu besuchen und die regionale Küche kennen zu lernen. Réka Gál von der Corvinus Unversität Budapest war begeistert von Ihrem  Praktikum und von den Möglichkeiten in und um Stuttgart: „Ich habe diese Stadt in mein Herz geschlossen."

Ausschreibung 2010


Die Ausschreibung für die Walter-Hallstein-Stipendien 2010 hat begonnen. Falls Sie sich ebenfalls für ein Praktikum bewerben möchten, finden Sie hier unten weitere Informationen verlinkt.

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