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Vermittler zwischen zwei Kulturen

23.11.2016
Vermittler zwischen zwei Kulturen

Im vergangenen Wintersemester waren die beiden Chilenen Paula Rojas und Emilio Cortez an der Universität Stuttgart zu Besuch, der Partneruniversität ihrer Heimathochschule Federico Santa María (USM) in Valparaíso, an der sie Chemical Engineering studieren. Unterstützt wurden sie dabei mit dem Baden-Württemberg-STIPENDIUM. Zurück in der Heimat, voller Eindrücke aus einem anderen Land, wollen sie sich nun um die Gründung eines Regional Chapters (RCs) Santiago bemühen: für Studierende da sein, die in einer ähnlichen Lage sind wie sie kürzlich noch waren. Das macht sie (auch) zu interkulturellen Vermittlern.


Beide blicken auf eine intensive Zeit in Europa zurück. Für Emilio, der in der Zeit vor der Rückkehr viel durch Europa gereist ist, fühlt es sich „superkomisch“ an, so viel erlebt zu haben, und nun bei der Familie in Viña del Mar wieder alles beim Alten vorzufinden: „Die Dinge daheim ändern sich nicht – du selbst bist, was sich ändert.“ Freunde müssen ihn bisweilen daran erinnern, dass er nicht mehr in Deutschland ist. Paula ist sehr beschäftigt: Das mache es leichter, sich wieder einzuleben.
Keinem von beiden ist es allzu schwer gefallen, sich an das Schwabenland zu gewöhnen. Das Umfeld im Vaihinger Wohnheim, wo die beiden untergebracht waren, war sehr international. Beide schätzen die deutsche Kultur mit ihren Eigenheiten. Das einzig Negative an ihrem Aufenthalt liege darin, so bald wieder gehen zu müssen, resümierte Paula, als der Abschied nahte. Letzten Endes sei Deutschland gar nicht so verschieden von Chile, auch wenn sie sich an die viel zitierte deutsche Pünktlichkeit erst hat gewöhnen müssen. Das Arrangement mit der größeren zwischenmenschlichen Distanz scheint ihr aber etwas leichter gefallen zu sein als Emilio, der das lateinamerikanische Miteinander so beschreibt: In Chile könne es leicht passieren, dass einander Fremde sich im Supermarkt lebhaft über einen Joghurt austauschen; mindestens ein Händedruck, wenn nicht gar ein Küsschen auf die Wange umrahmen die zwischenmenschlichen Begegnungen. An Europa insgesamt hat Emilio die große kulturelle Vielfalt fasziniert, die es in Südamerika schon in sprachlicher Hinsicht so nicht gebe. Selbst innerhalb Deutschlands sind ihm kulturelle Unterschiede aufgefallen.
Maike Dieterich, die sich für das RC Stuttgart – Chile engagiert, hat Paula und Emilio das Einleben zusätzlich erleichtert. Zum Beispiel hat sie einen Ausflug auf einen Weihnachtsmarkt organisiert. Im Austausch mit dem Team Baden-Württemberg-STIPENDIUM, wollen die beiden Chilenen sich jetzt auf ähnliche Weise am Aufbau eines RCs im leicht erreichbaren Santiago engagieren wie Maike in Deutschland: sich mit baden-württembergischen Studierenden in Chile austauschen, aber auch mit chilenischen Studierenden, die nach Baden-Württemberg gehen oder von dort zurückgekommen sind. Das schließt einen chilenisch-deutschen Stammtisch mit ein, bedeutet aber auch Hilfe im Alltag. Paula wäre froh gewesen, jemand hätte sie auf die Papierberge vorbereitet, die sich in Deutschland vor ihr auftürmten. (Auch an die hat sie sich im Verlauf ihres hiesigen Aufenthalts gewöhnt.) Zudem ist es für ausländische Studierende nicht ganz leicht, in Valparaíso eine preiswerte und zentrale Bleibe für nur ein Semester zu finden. Am 5. November 2016 soll es in Santiago ein Treffen von Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs geben, das Raum für Begegnungen schafft. Das Treffen wird wieder in Zusammenarbeit mit dem Campus LBI, Universidad de Talca durchgeführt.
Emilio ist in einer Phase seines Bachelor-Studiums, die es ihm erlaubt, als ein sogenannter ‚Buddy‘,Ansprechperson von fünf Studierenden aus verschiedenen europäischen Ländern zu sein. Es ist ihm ein Anliegen, die Kultur seines Landes mit ihnen zu teilen.
Kürzlich haben Paula und Emilio sich mit einigen deutschen Studierenden getroffen, um Spätzle zu kochen, wobei jeder seine Expertise einbringen konnte. „Es hat viel Spaß gemacht“, urteilt Paula, die gerade ihre Bachelorthesis abgeschlossen hat. War dieses kleine Kochevent auch eine Überbrückung der Zeit bis zur Rückkehr nach Baden-Württemberg? Keiner der beiden schließt es jedenfalls aus, „im Ländle“ weiter zu studieren oder sogar zu arbeiten.

 

Für die Baden-Württemberg Stiftung, Alexander Wimmer

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