Francisca von Saint Paul

Herkunftsland: Irland
Auslandsaufenthalt: University of Missouri / Columbia
Tätig als: Neurowissenschaftlerin am MPI für
Medizinische Forschung in Heidelberg

Eine Kosmopolitin am Max-Planck-Institut


Max-Planck-Institute (MPI) gehören zu den erfolgreichsten und renommiertesten For-schungseinrichtungen der Welt. 67 Mal wurde bisher allein der Nobelpreis an Max-Planck-Wissenschaftler vergeben – sogar das berühmte Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge/USA hat nur 61 Nobelpreisträger in den eigenen Reihen. Ganz klar, dass sich die besten Forscher der Welt um die begehrten MPI-Stellen bewerben. Denn wer einmal hier gearbeitet hat, braucht sich um seine internationale Karriere kaum mehr Sorgen machen. Doch was sind das für junge Menschen, die an einem MPI arbeiten – und wie sind sie dort hingekommen?

Wir haben mit Francisca von Saint Paul, Baden-Württemberg-Stipendiatin und Neuro-wissenschaftlerin am MPI für Medizinische Forschung in Heidelberg, über das Studium in Deutschland und den USA gesprochen.

In der Welt zuhause
Francisca von Saint Paul hatte schon viel von der Welt gesehen, ehe sie 2000 ihr Stu-dium in Chemie, Physik und Mathematik an der Universität Tübingen begann – denn die gebürtige Irin ist in nicht weniger als sieben verschiedenen Ländern aufgewachsen: in Irland, Deutschland, Frankreich, Südafrika, Brasilien, Portugal und Spanien. „Trotzdem wollte ich unbedingt in die USA zum Studieren. Da war ich noch nie“, sagt sie. Im Auslandsamt der Universität hat sie erfahren, dass es ein Austauschprogramm mit der University of Missouri (Columbia) gibt. Obendrein war ihre Bewerbung um ein Baden-Württemberg-STIPENDIUM erfolgreich. Weil ihre Recherchen im Internet ergeben hatten, dass auch noch die passenden Kurse angeboten wurden, viel die Entscheidung nicht schwer.

In Amerika werden Studenten viel intensiver betreut
Einen Unterschied zwischen Deutschland und den USA kann sie sofort benennen: „In den USA gibt es Professoren, die nur lehren und selber kaum forschen. Die haben dann natürlich viel mehr Zeit, um sich auf den Unterricht vorzubereiten und sich um ihre Studenten zu kümmern.“ Dennoch ist die Frage, ob das US-amerikanische Hoch-schulsystem besser ist als das deutsche, für sie nicht eindeutig zu beantworten: „In Deutschland wird man am Anfang des Studiums gleich ins kalte Wasser geworfen. Wenn man frisch aus der Schule kommt, braucht man viel Eigeninitiative, um erfolg-reich zu sein. In Missouri war das ganz anders. Dort haben sich die Professoren intensiv mit jedem einzelnen Studenten beschäftigt. Deshalb habe ich dort unheimlich viel gelernt.“

Die intensive Betreuung der Studierenden beginnt in den USA allerdings nicht erst in den Seminaren und Vorlesungen. Die meisten amerikanischen Universitäten tun alles, damit sich die Neuankömmlinge sofort wohl fühlen. Das beginnt schon damit, dass Erstsemester und Gaststudenten für die ersten Tage persönliche Betreuer bekommen, die einem alles zeigen und erklären. Francisca von Saint Paul ist das nicht anders ergangen: „Als ich in Missouri am Flughafen ankam, wurde ich sofort von Mitarbeitern der Uni empfangen. Die ausländischen Studenten waren alle schon eine Woche vor Semesterbeginn da. In dieser Zeit hat die Uni ein ausführliches Programm zum gegenseitigen Kennenlernen organisiert.“

Das Studentenleben konzentriert sich auf den Campus
Überhaupt ist das Leben an US-amerikanischen Universitäten viel stärker auf den Campus konzentriert. Für Undergraduates gab es in Missouri zum Beispiel Studentenwohnheime direkt auf dem Campus. Diese Nähe zu den Kommilitonen hat aber nicht nur Vorteile: „Wenn man sich das Zimmer mit jemandem teilen muss, der lieber ein Einzelzimmer möchte, wird es schon schwierig“, sagt Francisca von Saint Paul. „Aber grundsätzlich ist das Zusammenleben auf dem Campus natürlich sehr schön, weil man sofort ganz viele neue Leute kennen lernt.“

Viele Stationen führen zum Erfolg
Bleibt die Frage, ob das Baden-Württemberg-STIPENDIUM einen Einfluss auf ihre Karriere als Wissenschaftlerin hatte. „Es hat mir 2002 dabei geholfen, in die USA zu gehen. Und dieser Auslandsaufenthalt war dann schon wichtig für meine spätere Bewerbung an der Max-Planck Research School in Göttingen und am Cold Spring Harbor Laboratory in den USA“, sagt Francisca v. Saint Paul. Manchmal steht ein Baden-Württemberg-Stipendium am Anfang einer erfolgreichen internationalen Wissenschaftskarriere.

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