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"Minagalaba!" Neuland für alle

Ein BWS plus-Projekt mit über 15 Hochschulen in Baden-Württemberg und Myanmar stellt sich vor

"Minagalaba!" Neuland für alle

„Das ist erst der Anfang, der Auftakt einer neuen spannenden Bildungs- und Forschungspartnerschaft zwischen Hochschulen in Baden-Württemberg und Myanmar“, ist die Projektkoordinatorin Silke Pfaller von der Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen überzeugt. Sie ist seit Beginn des Projekts dabei, an dem neun Hochschulen in Baden-Württemberg fächerübergreifend beteiligt sind. Das sind die Universitäten Heidelberg, Hohenheim und Aalen, die Hochschulen Esslingen, Konstanz und Ulm, das Karlsruher Institut für Technologie, die Duale Hochschule Baden-Württemberg mit dem Standort Karlsruhe und die Zeppelin Universität, die Konsortialführer des Projekts ist. Ende 2017 läuft das BWS plus-Projekt „Mingalaba! – Baden-Württembergische und myanmarische Hochschule arbeiten an einer gemeinsamen Zukunft“ aus. Damit sei es aber auf keinen Fall zu Ende, denn während der dreijährigen Projektphase und des regen deutsch-myanmarischen Austauschs hätten sich Beziehungen, sogar Freundschaften entwickelt. Überall in Myanmar seien sie als deutsche Hochschulvertreterinnen und -vertreter freundlich willkommen geheißen worden, erzählt Silke Pfaller. Der Projektname „Mingalaba!“, den man mit „Möge Segen über dich kommen“ übersetzen kann und im Land üblicherweise zur Begrüßung verwendet wird, sei bei dem Austausch Programm gewesen.

Auch für Prof. Dr. Helmut Weber, der Südostasienwissenschaften an der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) unterrichtet und früher jahrelang in der Entwicklungszusammenarbeit in Asien beruflich aktiv war, war Myanmar, allgemeinsprachlich auch als Birma oder Burma bekannt, aufgrund der jahrzehntelangen Militärherrschaft Neuland: „Das Projekt, das die Baden-Württemberg Stiftung mit 180.000 Euro fördert, war ein entscheidender Türöffner.“ Von dem Austausch auf Hochschulebene haben auch seine Studierenden sehr konkret etwas: Dank der neuen Kontakte und des Netzwerks in Myanmar kann der Südostasienspezialist nun mit seinen Masterstudierenden nach Yangon auf Studienreise gehen: „Ich freue mich sehr darüber, wenn ich meine Erfahrungen in der Projekt- und Entwicklungsarbeit und meine interkulturellen Erlebnisse praxisnah an meine Studierenden weitergeben kann.“

Mit Professor Helmut Weber konnte ein Experte für Aufbau und Professionalisierung von Hochschulen hinzugewonnen werden. Myanmar habe als eines der ärmsten Länder in Südostasien ein dementsprechend hohes Entwicklungspotential im Bildungs- und Hochschulbereich, erzählt er. Schmunzelnd erinnert sich Silke Pfaller an einen Schlüsselmoment des Projekts: „Als die Rektoren verschiedener Universitäten aus Myanmar 2015 bei uns zu Besuch waren, kamen sie, nachdem sie einige Vorlesungen und Seminare besucht hatten, ganz nachdenklich auf mich zu und sagten, dass sie all die Lehrformate bei sich gar nicht hätten: ‚Wir haben die Ausstattung nicht, aber wir haben auch das Verständnis dafür nicht.‘ Ich habe es selbst in einem Englischsprachkurs in Myanmar erlebt: Es gibt dort immer noch Frontalunterricht, Nachsprechen, Auswendiglernen. Case Studies, Präsentationen, kritisches Hinterfragen – all das war ihnen auch als Rektoren und Hochschulleiter neu. So entstand auf einmal ein ganz neues Thema, das wir so im Projektplan nicht vorhergesehen hatten.“ Es kam der Wunsch auf, dass deutsche Professorinnen und Professoren in Summerschools myanmarische Kolleginnen, Kollegen und Promovierende darin unterrichten, was es heißt, zu lehren. So rutschte auf einmal Hochschuldidaktik neben den Themenbereichen wirtschaftliche Nachhaltigkeit und Ökotourismus mit auf die Projektagenda.

Für die Zukunft sieht Professor Helmut Weber die größte Herausforderung in der Stabilisierung der Beziehungen, denn es seien derzeit auch viele andere Länder an Kontakten mit myanmarischen Hochschulen interessiert, allen voran Japan, Südkorea und China, die ihre Studierenden, Doktorandinnen und Doktoranden mit lukrativen Stipendien nach Myanmar schickten. „Hier gibt es einen richtigen Wettbewerb. Wir müssen nachhaltige Strukturen aufbauen und dafür weitere Finanzierungsquellen auftun, damit das Projekt kein Strohfeuer bleibt.“ Derzeit plant er eine interdisziplinäre Summerschool zum Thema Ökotourismus, und im Herbst soll eine Doktorandin aus Myanmar an die Hochschule Konstanz HTWG kommen, um sich hier weiterzubilden. Das Projekt trägt nachhaltig Früchte. Silke Pfaller von der ZU Friedrichshafen schätzt, dass insgesamt 200 Personen an dem BWS plus-Projekt beteiligt waren. Dazu gehören etwa 25 Incomings aus Myanmar, voraussichtlich insgesamt fünf Studierende aus Baden-Württemberg, die für ein Auslandssemester oder zur Feldforschung für ihre Abschlussarbeiten nach Myanmar gereist sind, gut zehn Doktoranden und einige deutsche Professoren wie Helmut Weber, die sich richtig in das Projekt „reingehängt haben“. Ihr persönliches Zwischenfazit: „Für mich stellt das Projekt eine echte Aufbauarbeit dar, eine Hilfestellung für die Internationalisierung von Hochschulen in Baden-Württemberg und Myanmar und für Völkerverständigung. Ein Abenteuer, das sich für uns alle gelohnt hat.“


Mit den beiden Projektbeteiligten sprach Magdalena Ebertz für die Baden-Württemberg Stiftung.

Weitere Fotos zum BWS-Sommerfest finden Sie hier.

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