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OPERA BUFFA-COMMEDIA DELL’ARTE

Ein trinationaler Workshop mit Studierenden aus Straßburg, Basel und Freiburg

OPERA BUFFA-COMMEDIA DELL’ARTE

„Opéra TriNational“ ist ein Projekt im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus. Das Projekt wird über drei Jahre mit einer Summe von 96.000€ finanziert. „Opéra TriNational“ wurde im Herbst 2019 als Kooperation der Opernstudios der Theater Basel, der Opéra National du Rhin und des Freiburger Theaters in enger Zusammenarbeit mit den Konservatorien in Basel und Strasbourg und unter Federführung des Instituts für Musiktheater der Hochschule für Musik Freiburg aus der Taufe gehoben.

Die Regisseurin, Friederike Schulz, gewährt uns mit ihrem Bericht einen Blick hinter die Kulissen der ersten Opernworkshops:

Als ich 2019 von Alexander Schulin, dem Leiter der Opernschule an der Hochschule für Musik Freiburg, die Möglichkeit bekam, im Rahmen des von der Baden-Württemberg Stiftung (BWS Plus) geförderten Projekts „Opéra TriNational“ einen Workshop zum Thema „Opera buffa-Commedia dell’arte“ anzubieten, sagte ich mit großer Begeisterung zu.

Ich unterrichte an der Hochschule seit bald 15 Jahren Körperarbeit für Sängerinnen und Sänger, gebe immer wieder Kurse über das Maskenspiel der Commedia dell’arte und hatte schon lange den Wunsch, die Figuren direkt mit der Oper zu verbinden. Das Seminar gab mir da eine wunderbare Gelegenheit.

Workshop 2019

Nach einer kurzen Beschreibung der wichtigsten Figuren und ihren Masken bzw. Charakterzügen improvisierten die Studierenden. So konnten sie die Figuren körperlich kennenlernen. Spannend war es dann, die Rollen aus den ausgewählten Opern Il Barbiere di Seviglia, Le Nozze di Figaro und Il Matrimonio segreto mit den Charakterzügen der Commedia dell‘arte zu verbinden. Das Ergebnis war sehr überzeugend und außerordentlich lustig.

Workshop 2020

Diese Arbeit begeisterte Vincent Monteil, den musikalischen Leiter des Opernstudios der Opéra National du Rhin (Strasbourg). Er ermutigte mich, diese spannende, hochschul- und länderübergreifende Arbeit fortzuführen. Er schlug vor, einen weiteren Workshop und eine anschließende Konzertreihe in Frankreich anzubieten – ebenfalls im Rahmen des Projekts „Opéra TriNational“. Terminiert wurden die Aufführungen auf Mitte November 2020. Die Vorstellungen sollten an der Opéra National du Rhin in Strasbourg, der Comédie de l’Est in Colmar, dem Sitz des Opernstudios und an dem Kulturort Les Dominicains in Guebwiller stattfinden. Die Oper in Straßburg stellte uns für die Konzerte pompöse, barocke Kostüme und Requisiten bereit.

Am 24. und 25. Oktober 2020 begann ich an der Hochschule für Musik Freiburg mit den Proben. Es bereitete mir Freude, das Thema „Opera buffa-Commedia dell’arte“ weiterzuverfolgen und die Begeisterung der trinationalen Zusammenarbeit an Sängerinnen und Sänger des Opernstudios Strasbourg und Freiburg sowie der Hochschule für Musik Basel und Freiburg weiterzugeben – für nahezu alle war dies der erste Workshop im Rahmen des Projekts „Opéra TriNational“.

Auch dieses Seminar begann ich mit einer geschichtlichen Einführung in die Commedia dell’arte und ihre Charaktere. Anschließend inszenierten wir Szenen und Ausschnitte aus den oben gennannten Opern. Wir fügten weitere Szenen aus den Opern La Finta semplice und Don Pasquale hinzu. Ich entwickelte einen roten Faden, sodass die Szenen direkt ineinander übergingen und eine durchgehende Handlung entstand.

Die Probenzeit empfand ich als äußerst interessant, intensiv und vielversprechend – die Studierenden ebenfalls.

Dann kam der Lockdown. Unsere Vorstellungen mussten alle abgesagt werden. Ob wir das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt wieder zum Leben erwecken können, steht noch in Frage. Ich gebe die Hoffnung jedoch noch nicht ganz auf. Wer weiß, vielleicht entsteht ja aus der Idee ein ähnliches, neues Projekt.

Alleine die Probenzeit in Freiburg und die Fortführung des trinationale Austausches haben gezeigt, wie wertvoll ein Projekt wie „Opéra TriNational“ ist. Ein großes Dankeschön an die Baden-Württemberg Stiftung für die finanzielle Unterstützung!

 

Der Ursprung der Commedia dell’arte – Ein Blick in die Geschichte

Die Commedia dell'arte oder Teatro all‘improvviso entstand in Italien im 16. Jahrhundert. Theaterkompanien spielten auf Marktplätzen und an Höfen führender Städte wie Bergamo, Venedig, Bologna und Neapel; oft stammten die Truppen aus einer einzigen Familie.

Im Zentrum der Commedia dell'arte standen die Figuren mit dem jeweils typischen Charakter.

Die Figuren trugen Halbmasken und traditionsgemäße Kostüme, die dem Stand und der sozialen Stellung entsprachen. Die Schauspieler lernten ihre Rolle und behielten sie dann während ihrer gesamten Karriere. Sie improvisierten mit ihren Figuren, spielten kurze lustige Szenen und Intermezzi und schufen schließlich ganze Stücke. So gibt es den Arlecchino, diesen rüpelhaften und listigen Kammerdiener, Pantalone, den reichen, geizigen Kaufmann aus Venedig, den Dottore der Universität von Bologna, den feigen und eingebildeten Capitano aus Neapel, Franceschina, die listige Magd oder die schöne Colombina. Alle Figuren sind eigen, voller Tücken und Fehler, haben aber eines gemeinsam: sie sind menschlich und so tragisch in ihrem Unglück, dass sie lustig und liebenswert erscheinen.

Die frühe Oper war stark von den Szenen der Commedia dell’arte beeinflusst. Im 17. Jahrhundert fand man erstmals komische Szenen als Zwischenspiele in der ernsten Oper. Doch bald übernahmen die Sänger selbst die Komik, und Komponisten wie Pergolesi oder Librettisten wie Goldoni gaben den Rollen einen vollwertigen Platz. Im 18. Jahrhundert gewann die komische Oper an Popularität und brachte eine neue Gattung hervor: Die Opera buffa.

 

Friederike Schulz

(Redaktion: Julia Terwald)

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Über das Baden-Württemberg-STIPENDIUM

Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM fördert den internationalen Austausch von qualifizier­ten Studierenden und jungen Berufstätigen. Seit 2001 konnten über 25.000 junge Menschen aus Baden-Württemberg Auslandserfahrungen sammeln bzw. junge Menschen aus dem Ausland konnten einige Zeit in Baden-Württemberg verbringen. Jedes Jahr werden rund 1.500 Stipendien im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs vergeben.
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Das Programm Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus

Mit dem Programm BWS plus unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung innovative Kooperationen von Hochschulen mit anderen internationalen Institutionen. Das mit jährlich ca. 1,2 Million Euro dotierte Programm wird seit 2011 ausgeschrieben. Seitdem wurden mehr als 90 BWS plus-Projekte an baden-württembergischen Hochschulen unterstützt.

 

Die Baden-Württemberg Stiftung

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