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Pharmazeutische Herausforderungen in Entwicklungsländern

Tübinger BWS plus-Projekt leistet Beitrag zu höherer Arzneimittelqualität in Ruanda

Pharmazeutische Herausforderungen in Entwicklungsländern

Das BWS plus-Projekt „Gemeinsam lehren und forschen zu essentiellen Arzneimitteln in Ruanda“ vernetzt die Universität Tübingen und die University of Rwanda sowie deren Lehrangebote zu pharmazeutischen Herausforderungen in Entwicklungsländern. Die Vernetzung erfolgt durch den Austausch von Dozenten und Studierenden und gemeinsame Workshops und Forschungsprojekte. Über den Austausch von Fachwissen und Know-How zwischen Deutschland und Ruanda werden Untersuchungen zur Verfügbarkeit, Bezahlbarkeit und Qualität von essentiellen Arzneimitteln in Ruanda durchgeführt. Das BWS plus-Projekt wurde von Herrn Prof. Dr. Lutz Heide, Direktor des Pharmazeutischen Institutes, initiiert. Mit Afrika kam Herr Heide bereits in seiner Vergangenheit in Kontakt: Er hat zwei Jahre im Rahmen der staatlichen deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Malawi gelehrt und geforscht.

Innerhalb des Projekts, das nun seit rund einem Jahr läuft, wurden bereits erste Erfolge erzielt: Im Rahmen der Untersuchungen zur Arzneimittelqualität in Ruanda, die auch von der ruandischen Gesundheitsministerin befürwortet wurden, hat der ruandische Doktorand Thomas Bizimana in verschiedenen Distrikten Ruandas Arzneimittelproben in pharmazeutischen Einrichtungen gesammelt. Eine Auswertung ergab, dass sich darunter auch zwei Arzneipräparate mit erheblichen Mängeln befanden. Kurz nachdem die ruandische Gesundheitsbehörde darüber informiert wurde, erfolgte ein sofortiger Rückruf dieser Präparate vom ruandischen Markt. Durch die schnelle Reaktion konnten Patienten vor einer weiteren Anwendung der Präparate geschützt werden. Das Projekt hat so bereits einen ersten Beitrag zur Verbesserung der Arzneimittelqualität in Ruanda erbringen können.

Im Rahmen des BWS plus-Projekts sind aktuell zwei ruandische Studierende für vier Wochen in Tübingen und nehmen am englischsprachigen Teil des Kurses „Pharmazie in Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe“ teil. Dieser ist deutschlandweit einzigartig und bildet Apotheker und Apothekerinnen für haupt-oder ehrenamtliche Tätigkeiten im Rahmen der pharmazeutischen Versorgung in Entwicklungsländern und in Katastrophensituationen aus. Während des Aufenthalts in Tübingen steht neben der Kursteilnahme auch ein abwechslungsreiches Programm an: Die ruandischen Gäste besuchten deutsche Institutionen der pharmazeutischen Entwicklungszusammenarbeit und der pharmazeutischen Versorgungskette. Sie besichtigten unter anderem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn, den Pharmazeutischen Großhandel Sanacorp und den Pharmakonzern Hexal in München. Nach dem Besuch einer Krankenhausapotheke in Stuttgart hat die multikulturelle Gruppe aus Tübingen auch der Baden-Württemberg Stiftung einen Besuch abgestattet.

Kevin Sczekalla (BW Stiftung) und Alicia Paulus (bw-i) empfingen die Gruppe in den Räumlichkeiten der Baden-Württemberg Stiftung und informierten die Studierenden über die Aufgaben und Arbeitsbereiche der Stiftung und die Möglichkeiten, die das Baden-Württemberg-STIPENDIUM bietet. Im Anschluss daran präsentierten die Gäste Ihre Arbeit und Erfahrungen innerhalb des Projekts. Unter den Gästen war auch die Pharmaziestudentin Julia Gabel. Sie ist studentische Mitarbeiterin im Rahmen des Projekts und bekam im letzten Jahr die Chance, ein Austauschsemester in Malawi zu verbringen. Sie berichtete über die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Tübingen und der Universität von Malawi im Bereich der Pharmazie, die auch als Vorbild für die Zusammenarbeit mit Ruanda dient. Anschließend gab Herr Heide einen Überblick über den bisherigen Verlauf der BWS plus-Projekts. Sein Kollege Dr. David Scott aus Großbritannien berichtete über seine Erfahrungen in der Apothekerausbildung in Afrika und Europa

Auch die Projektteilnehmer aus Ruanda, Marie Chantal Umuhoza und Gaston Kazeneza, berichteten. Beide sind Pharmaziestudierende an der University of Rwanda. Marie hat bereits einen Bachelorabschluss und leitet eine Apotheke (Einzelhandel), in der sie fünf Tage die Woche für Kunden zur Verfügung steht. Gaston hingegen arbeitet in einer Krankenhausapotheke. Während ihrer Präsentationen wurde klar, dass es erhebliche Unterschiede im Arbeitsalltag der beiden Apotheker gibt. Ihr Studium, durch das sie sich neben dem Beruf an der  University of Rwanda weiterbilden, bot Marie und Gaston die Möglichkeit, am Austausch mit der Universität Tübingen im Rahmen des BWS plus-Projekts teilzunehmen und in Deutschland über ihre Arbeit zu berichten. Im Anschluss an die Vorträge kamen die Gäste und die Vertreter der Baden-Württemberg Stiftung ins Gespräch. Nach einem interessanten Austausch über die internationale Zusammenarbeit führte das kulturelle Begleitprogramm des Projekts die Gäste weiter zum Wahrzeichen der Landeshauptstadt Baden-Württembergs, dem Stuttgarter Fernsehturm.

Mit zahlreichen neuen Eindrücken und Erfahrungen, die sie während ihres Aufenthalts im Südwesten Deutschlands machen konnten, treten die Gäste Ihre Rückreise in die Heimat an. Währenddessen sind die Projektmitarbeiter in Tübingen und Ruanda schon fleißig dabei die weiteren Schritte vorzubereiten, denn auch das zweite Projektjahr hält wieder spannende Austausch- und Forschungsmöglichkeiten für alle Beteiligten bereit!

 

Fotos: Universität Tübingen

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Informationen

 

„Gemeinsam lehren und forschen zu essentiellen Arzneimitteln in Ruanda“ ist ein Projekt im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung.

Mit dem Programm Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung innovative Kooperationen von Hochschulen mit anderen internationalen Institutionen. Das mit jährlich ca. 1,2 Million Euro dotierte Programm wurde 2011 zum ersten Mal ausgeschrieben. Seitdem wurden mehr als 70 BWS plus-Projekte an baden-württembergischen Hochschulen unterstützt.

Ziel des Programms ist der Auf- und Ausbau von neuen Beziehungen zu ausländischen Hochschulen bzw. die nachhaltige Intensivierung bestehender Kontakte. Innerhalb eines Projektes im Rahmen von BWS plus besteht die Möglichkeit der Stipendienvergabe, ohne dass bereits eine offizielle Partnerschaftsvereinbarung besteht. Beantragt werden können Mittel beispielsweise für die pilothafte Durchführung gemeinsamer Maßnahmen, u.a. vorbereitende Gespräche, Workshops, interkulturelle Trainings und Sprachkurse. Das Ziel jedes Projektes sollte sein, nach Ablauf des Projektzeitraums die Hochschulbeziehungen fortzuführen.