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Zwei Welten im Inneren

Zwei Welten im Inneren

Mit Unterstützung des Baden-Württemberg-STIPENDIUMS für Berufstätige hat die gelernte Schneiderin Sarah Müller jungen KenianerInnen das Nähen beigebracht. Ein Musterbeispiel für nachhaltige Entwicklungshilfe: Im kenianischen Kikuyu gründete die Fünfundzwanzigjährige das Modelabel NYUZI, mit dem sie zweien ihrer Schülerinnen zu einem festen Arbeitsplatz verholfen hat. Und betrachtet sich seit ihrem rund halbjährigen Aufenthalt in Ostafrika als Bewohnerin zweier Welten.

Ihre Motivation sieht Sarah Müller, die aus Leinfelden-Echterdingen stammt, in dem Bestreben, ihr Handwerk mit ihrem sozialen Bewusstsein in Einklang zu bringen. Das von der Keniahilfe Schwäbische Alb unterstützte Karai-Projekt für kenianische Kinder bot einen willkommenen Anlass, diesem Wunsch zu folgen. Dieses Projekt umfasst neben einem Kinderheim eine Berufsschule mit angegliederter Schneiderei. Ihre Schülerinnen und Schülerführte Sarah Müller nicht nur an das Nähhandwerk, sondern auch an Qualitätssicherung und Vermarktungsstrategien heran: eine wichtige Investition in das spätere Bestehen auf dem Arbeitsmarkt.

Es war keineswegs ein einseitiger Lernprozess. Die materielle Knappheit in dem ostafrikanischen Land hat in Sarah Müller ein Bewusstsein für den relativen Überfluss geschaffen, der in Deutschland herrscht: Viel öfter fragt sie sich seither, ob sie dieses oder jenes wirklich brauche. Zwar sieht sie die zwei Seiten des eher entspannten „Lebens im Moment“, das in Kenia anzutreffen ist, doch zieht sie für sich die positive Bilanz daraus, nach ihrer Rückkehr nach Deutschland vieles lockerer zu sehen. Sehr intensiv erlebte sie den beinahe familiären, dem Prinzip des Gebens und Nehmens folgenden Zusammenhalt auf der Arbeit, den sie von Deutschland nicht kannte, wo in ihrer Wahrnehmung eher „aneinander vorbeigelebt“ wird. Die zwischenmenschliche Wärme erweist sich auch als ein Motor dauerhafter Zusammenarbeit: Sarah Müller hegt ein Gefühl der Verantwortung für ihre ehemaligen Lehrlinge, das Erwiderung findet.

Zu letzteren zählt insbesondere Carolin Nyamburu, Anfang Zwanzig Jahre alt, der Sarah Müller einen im kenianischen Schneidergewerbe sehr raren Arbeitsplatz bei dem vor Ort gegründeten Label NYUZI verschaffen hat. Es trägt den kiswahelischen Namen für ‚Fäden‘. Gemeint ist damit auch zwischenmenschlicher und interkultureller Zusammenhalt. Was die Arbeit bei NYUZI auszeichnet, ist die psychologisch wichtige Arbeit an einem Produkt von Anfang bis Ende: Wenn sie fertig sind, halten die Nachwuchsschneiderinnen und -schneider das Resultat ihres Schaffens in den

Händen. Carolins tiefe Dankbarkeit ist für Sarah Müller eine emotionale Motivation dafür, jetzt und in Zukunft als Abnehmerin der NYUZI-Produkte zu dienen, die sie nun insbesondere auf Märkten vertreibt und damit einen besonderen Weg der beruflichen Selbständigkeit beschreitet.

Die Produkte finden Anklang. Sie sind nicht so formvollendet wie manch andere Produkte auf dem Markt, haben „Ecken und Kanten“, aber gewissenhafte Kunden schätzen die Authentizität der Produkte und den sozialen Beitrag, der mit dem Kauf geleistet wird. So sehr, dass die Produktpalette, die etwa einen multifunktionellen Beutel umfasst, nun um zwei Modelle erweitert wird. Aus diesem Anlass fliegt Sarah Müller schon bald wieder nach Kenia: zurück in eine der beiden Welten, die sie in sich trägt.

 

Hier geht es zur Website von Sarah Müllers in Kenia gegründetem Modelabel.

Ein Artikel von Alexander Wimmer

 

 

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